„Ich glaube nicht an Aids“

Berlin Alexanderplatz. Weltzeituhr. Das letzte Novemberwochenende irgendwann vor ein paar Jahren. Es ist Spätnachmittag, bereits dunkel. Vom Weihnachtsmarkt zieht eine Duftkomposition aus Glühwein, gebrannten Mandeln und Zuckerwatte rüber. Lichter blinken, das Kinderkarussell spielt alberne Melodien. Menschen hetzen vorbei, haben es eilig, es ist kalt, sie sind schwarz angezogen. Ein paar Verliebte schlendern über den Platz, Bratapfel, dicke Handschuhe, rote Wangen. Ich stehe zwischendrin, Eisfüße statt Eisbein mit Sauerkraut, in der Hand eine Spendendose. „Entschuldigung, wir sammeln für die Aids-Hilfe Berlin…“ „BERLINER Aids Hilfe, wir sammeln…“ Schnell muss man sprechen um jemanden zu erreichen. Manche bleiben stehen, werfen ein paar Cent in die Dose, manchmal auch ein paar aufmunternde Worte. Die meisten gehen vorüber. Reagieren gar nicht oder nur mit einem Kopfschütteln. Fast ist man froh über Widerspruch, immerhin wurde man dann bemerkt. Bis ein Mann vorbeiläuft, geschätzte Ende 40. „Ich glaube nicht an Aids, das ist doch nur eine dämliche Erfindung, um uns den Spaß am Sex zu nehmen…“

Wer die Berliner Aids-Hilfe e.V. als Spendensammler am 1.12. unterstützen will findet hier Informationen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Leben in Berlin veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu „Ich glaube nicht an Aids“

  1. Pingback: Ein paar Gedanken zu HIV/ Aids | Schietwetter statt Brausebretzel

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s