Entscheidungen

Es gibt Momente im Leben, in denen muss man sich entscheiden. Und je älter man wird, desto häufiger kommen diese Momente, desto schwerwiegender werden die Entscheidungen. Man entscheidet sich muss sich entscheiden, für einen Mann, einen Beruf, eine Art zu Leben. Das Schwierige ist, dass jede Entschiedung für etwas auch gleichzeitig eine Entscheidung gegen etwas ist. Ich bin schlecht im Entscheiden. Entscheidungen erfordern Mut. Mut zu sagen genau das will ich und das will ich ab jetzt eben nicht mehr. Bum. Entscheidung getroffen. „Wer sich nicht entscheiden kann, lässt andere für sich entscheiden“ sagte ein Freund mal. Und gibt es was leichteres und schlimmeres als fremdgetroffene Entscheidungen?! Man kann Entscheidungen raus zögern, Tage, Wochen, manche besonders wichtige vielleicht auch Jahre. Aber irgendwann wird entschieden. Durch einen selbst, durch andere, durch das Leben.
Es gibt Momente, da denkt man, man hätte sich entschieden. Ganz klar für das eine, zweifellos gegen das andere. Hat nachgedacht, abgewägt, verglichen soweit man Dinge vergleichen kann. Vielleicht Pro und Kontra Listen angelegt. Und dann, durch einen kleinen Moment, ein Lächeln, einen Brief wurde alles kluge Nachdenken über Bord geworfen und man steht wieder vor der gleichen Entscheidung.
Ich bin „eine Frau um die 30“ wie mir heute gesagt wurde, ich sollte alt genug sein, zu wissen, was ich will, aber, darf ich meine Meinung nicht auch ändern? Schwanken? Vielleicht ist das, was ich jetzt genau in diesem Moment, in diesem Monat, in dieser Phase meines Lebens, vielleicht ist das was ich jetzt gerade brauche und möchte das Gegenteil von dem, was längerfristig das Passendere für mich ist? Muss ich bei allen Entscheidungen die Zukunft mit einbeziehen? Was, wenn die Zukunft morgen vorbei ist? Will ich dann das heute mit ihr verplempern? Aber wie weit in die Zukunft kann man die Gegenwart ziehen?

Es gibt eine Menge Möglichkeiten momentan, und ich habe das Gefühl spontan immer die unvernünftigere zu wählen. Es wäre klüger 3 Tage für gutes Geld bei dem bereits zugesagten Job zu arbeiten, als in der Zeit auf eine Skireise zu gehen wenn man eigentlich gar nicht Skifahren kann. Über das Segelangebot im Sommer sollte ich eigentlich keine 3 Sekunden nachdenken. Ich kann weder segeln noch kenn ich jemanden, der da mitsegelt. Ausser dem Exchef. Von der Finanzierung und all den vernünftigen Dingen, die man in diesen 2 Wochen erledigen könnte und sollte mal abgesehen. Und dennoch geistert da dieser Gedanke durch meinen Kopf. Wie oft hat man schon die Gelegenheit zu segeln? In Griechenland? Das ist doch was, was man niemals vergessen wird. Vielleicht kann man auch drüber schreiben und die Geschichte verkaufen. Fliegen, Klappe, alles super. Aber es muss eben entschieden werden. Kopf gegen Wunsch, Vernunft gegen Übermut, Filterkaffee gegen Cappuccino.
Das Absurde ist, so sehr ich es hasse mich gegen etwas entscheiden zu müssen, so froh und glücklich bin ich momentan die Möglichkeit zu haben. Möglichkeiten. Vielleicht werd ich mich falsch entscheiden, vermutlich werden wieder eine Menge Menschen ihre Köpfe schütteln ob meiner Unvernunft. Sicher wird die eine oder andere Entscheidung von dem einen oder anderen nicht verstanden werden. Aber es ist mein Leben, es sind meine Entscheidungen und meine Fehler. Und genau die mag ich. Genau jetzt.

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