Vom Wegweh und Ankommen


Diese Tage sind so fern von allem,
Hitze und Beton.
Die große Stadt sie liegt da
wie ein verwundeter Vogel…


Es gibt Lieder, Städte, Momente, Menschen, die berühren das Herz. Plötzlich, unerwartet, nachhaltig. Einfach so. Und dann schlummern sie da, still, hin und wieder ein kleines Schnaufen und Schnorcheln als Erinnern bis sie plötzlich wieder so präsent sind, als wären sie immer schon da.
Seit heute morgen gehen mir dieses Bild und diese Zeilen nicht mehr aus dem Kopf. Beide miteinander verwoben, dieses Haus aus einem kleinen Örtchen südlich von Lissabon und dieses Lied über den Hamburger Hafen.

Lissabon und Hamburg. Mir gefällt diese Verknüpfung die mein Hirn da hergestellt hat. Sind es doch beides Städte mit ebenso viel Wasser wie Gegensätzen. Elbe oder Tejo, beide führen raus in die Welt, raus aus der Enge, raus ins Weite. Sie schüren das Fernweh und die Sehnsucht und doch hatte ich nirgendwo so sehr das Gefühl einfach da zu sein, angekommen zu sein, wie in diesen beiden Städten.


Nimm mich mit, nimm mich mit

flatterhafte Demut schlag Deine krummen Flügel um mich, denn dieser Kopf oh dieser Kopf macht sich viel zu wichtig…

Das Gestern zelebrieren, das Heute genießen, das Morgen feiernd erwarten. Saudade, Melancholie, kreischende Möwen, das Schlagen und glucksende Erzählen der Wellen. Geschichte und Geschichten überall. Der weite Blick, der Himmel der so viel größer und weitläufiger scheint als anderswo. Die intensiven Farben.


Und ich warte auf den Abend
und seine kühlende Hand
unten am Fluß
mit den Füßen im Sand

Man vergisst das Gestern nicht, es ist vielleicht sogar präsenter als anderswo, aber man nutzt es, genießt den bittersüßen Gedanken an das Schöne was war und nun nicht mehr ist. Man zieht Kraft daraus und hat die zuckerige Hoffnung, dass eines Tages ein ähnliches Glück wieder kommen wird. Die Portugiesen sind Meister darin, einst umjubelte Seefahrernation, jetzt… nun ja.


Oh, unergründliches Leben,
was wissen wir denn schon von Dir?
Wir wurden geboren und wir sterben
und danach weht der Wind wie immer…

Nirgendwo sonst schien das Leben so lebenswert wie dort… Los!!! Leben!!!!

Zitate natürlich alle aus dem wunderbaren Lied „Kräne“ von Gisbert zu Knyphausen

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