Chinatown und Little Italy. Und mein Hirn.

Tote Tiere

Dass mein Hirn und die Realität nicht immer einer Meinung sind, ist nichts neues, das war schon häufiger zu merken (man erinnere sich nur an die Reeperbahn „Hier sind ja lauter Touristen!!!“ oder an den ersten Festivalbesuch „Die kommen ja alle nur zum saufen!!!“), noch nie aber wurde es so deutlich wie in den vergangenen Tagen in New York. Was ich mir größer bis riesig vorstellte ist in Wirklichkeit normalgroß bis kleiner. Was ich mir gar nicht vorstellte existiert plötzlich und ist wunderschön. Was ich mir vorstellte existiert auch, aber anders. Aha. Nehmen wir Chinatown und Little Italy als Beispiel.

Chinatown
Öffnungszeiten

Ich wusste nicht, dass sie so nahe beieinander liegen. In meiner Vorstellung waren es zwei Stadtteile, die nichts mit der Außenwelt zu tun hatten. Chinatown war in meiner Vorstellung eine Ansammlung von kleinen Häusern an kleinen Straßen, alles sehr eng, sehr dunkel, nackte tote Hühner an Wäscheleinen über den Straßen, wie man es aus dem Italienurlaub kennt. Nur dass da eben Mutterns Miederware statt nacktem Federvieh hing. Alles war voller chinesischer Schriftzeichen, duftete chinesisch und natürlich liefen auch nur Chinesen rum. Und vor jedem Haus hingen Tütenlampen in Gelb oder Rot. Und Drachenstatuen. Chinatown sah in meinem Kopf ein wenig so aus, als hätte man das Chinarestaurant unserer schwäbischen Kleinstadt in neapolitanische Gassen projeziert und mehr oder minder wahllos Tinnef aus Berliner Asiashops drüber verstreut. In der Realität ist Chinatown ein Gewusel aus Straßen, breite Straßen, enge Straßen, viele Touristen aber auch viele Chinesen. Die Läden sind offen und sie bieten Dinge feil, die ich mir nie hätte vorstellen können.

Chinatown
Tot und Töter

Tote Fische, tötere Fische, Obst und Gemüse und Krebse und Muscheln. Es ist schön, es ist interessant aber es ist auch anders.
Ebenso Little Italy. Bei Italien kenn ich mich aus, da hab ich den Vergleich. Ich stellte mir Little Italy also sehr ursprünglich vor. Mit kleinen feinen Pizzalädchen, versteckten Restaurants, vielen Italienern. Etwas dunkel. Verrucht vielleicht. Little Italy aber ist nicht wie Italien, es ist wie ein Bild, das Amerikaner von Italien haben. Oder wie Norditalienische Touristenorte. Beides ähnelt sich. Es gibt viele kleine Restaurants, vielleicht sind sie sogar gut, ich habe keins von ihnen probiert. Geht man abends durch die Sträßchen wird man angesprochen. Als Alleinereisender weniger, vielleicht fällt man dann weniger als Tourist auf, aber sobald man mindestens zu zweit ist stürzen sich die vor den Lokalen postierten (manchmal sogar italienischen) Männer auf einen, wünschen einen wunderschönen guten Abend und bieten feil, was sie feil zu bieten haben. (Nicht ihre Körper, ihre Speisekarten!!!!) Es hat mehr den Charme von Deutsch-Rimini als von Italien wie es sein sollte. Schade. Zum Glück gibt es zahlreiche Touriläden mit den obligatorischen Pullis, Shirts, Klebern in denen man Zuflucht suchen kann und bekommt, was man erwartet.

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2 Antworten zu Chinatown und Little Italy. Und mein Hirn.

  1. Pingback: Chinatown und Little Italy und mein Hirn | Stories & Places

  2. Article writing is also a fun, if you be familiar with after that
    you can write if not it is difficult to write.

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