Urlaub vom Urlaub – Wunder in Coney Island

 

Rantasten
Zugeschnappe

Ich habe mehrfach versucht, Manhattan zu verlassen. Wirklich. Das erste Mal endete damit, dass ich so schnell ich konnte wieder auf die Brooklyn Bridge rannte. Das zweite Mal nahm ich die Staten Island Ferry, da ist Flucht nicht ganz so einfach. Zumindest nicht, wenn man nicht passionierter Schlechtwetterschwimmer ist. Statt mich aber von der Insel verzaubern zu lassen, rannte ich kaum angekommen ein flaches U und bestieg die Fähre auf der anderen Seite wieder. Versuch Nummer drei führte mich wieder nach Brooklyn, zuviel hatte ich davon gehört, zu lange hatte ich geplant, dort hin zu fahren, um es bei einem Versuch zu belassen. Es war nett, schön, interessant, gab zauberhafte Häuser und Autos und nette kleine Straßen und unglaublich interessante große Straßen und ebenso große Verwirrung ob der Frage: Wie überleben die hier, so ganz ohne Feuerleitern, Starbucks und die American Bank??? Aber als ich das erste Schild sah, das den Weg zur Brooklyn Bridge anzeigte, folgte ich ihm nur zu gerne.

Rumgekaue

Versuch Nummer vier begann ich also mit Selbstüberlistung. Ich lockte mich selbst nach Coney Island. Sonne, Meer, was konnte es schöneres geben? Es ging ganz einfach. Ich stieg hier in Bahn, einmal um und nach knapp einer Stunde war ich da. Am Meer. AM MEER!!!! Und es war toll. Ich ging barfüßig in den Atlantik und ebenfalls barfüßig an ihm entlang. Ich aß Pommes zu Prince und Hot Dog zu Phil Collins (You can’t hurry love). Verbrannte mir die Zunge an Cappuccino und die Nase nur ein kleines bisschen an der Sonne. Hörte zu, wie ein kleiner Terrier versuchte, das Kreischen der Möwen zu übertönen und es schaffte. Schaffte es selbst, in keine Möwe zu beißen. Sammelte Muscheln (ab wievielen muss man verzollen?) Lernte, dass Möwenschiet aussieht wie Bernstein und wann man nicht am Strand sitzen sollte („Come back in 20 Minutes, now it’s feeding time. You have bread? No? Next time come with bread. Only 99 Cent. Now it’s feeding time. Please come back in 20 minutes.“ – man stelle sich dazu einen alten, Möwenfütternden sehr höflichen Mann mit russischem Akzent vor.)

Wonder Wheel

Ich hörte russische Laute und das Rauschen des Meeres. Beobachtete eine Möwe beim Krebsfang, sah eine Achterbahn und dachte an die H-Onkels und einen Wintermeeresspaziergang mit der Freundin auf Usedom.

Auch wenn Manhattan reichlich Abwechlung bietet und immer wieder kleine Fluchten zulässt, es tat verdammt gut, mal raus zu kommen, was anderes zu sehen, Meer zu sehen, spüren, riechen… Urlaub vom Urlaub. Gute Idee.

Coney Island
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3 Antworten zu Urlaub vom Urlaub – Wunder in Coney Island

  1. Phil schreibt:

    Och das klingt schön. Ich wollte da eigentlich auch hin… Da hätten wir lieber mal das Metropolitan-Museum weggelassen.

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