Vom laufen lernen – Tag 1

Vor jedem Erfolg steht eine gute Vorbereitung, das ist immer so im Leben, warum also nicht auch beim laufen. Direkt nach meinem Kommentar, dass ich gerne mitliefe durchsuchte ich also diverse online shops nach passender Laufkleidung, überlegte ob ich eher der unauffällige zähe Läufertyp in grau war, oder der knackige erfolgreiche in pink. Wissen konnte ich es nicht, woher auch, von einmal FrustWutlauf im Jahr? Nein. Ich betrachtete bunte Bilder mit mehr oder weniger schöner aber dafür atmungsaktiver Kleidung, las welche SportBHs man am besten zum Boxen anzieht, und wieso Dominic Raacke so gerne allein läuft. Ich googlete Laufstrecken und Entfernungen, Bodenbeschaffenheiten und merkte, dass vier Kilometer in etwa die Strecke von mir bis zum Flughafen Tempelhof und zurück waren. Oder zweimal die Landebahn. Oder die halbe Strecke von mir bis zur Arbeit. Vorbereitung ist wichtig, Vorbereitung ermüdet und so sank ich, statt gleich loszulaufen, mit einem Teller Pasta mit Käsesoße ins Bett. Man soll ja auch nichts überstürzen und Kohlenhydrate sind ja immer gut, oder?
Der nächste Morgen begann mit sportlicher Lektüre in meiner neuen Fitnesszeitung, ich las über Apnoetauchen, Eisklettern, Pärchensport und Pilatesübungen. Seltsamerweise reichte mir das diesmal nicht. Ich wollte selber raus. Die Jogginghose war schnell gefunden, ein dazu passendes T-Shirt auch, ich wollte es erstmal mit zäh und grau versuchen, passte auch besser zum trüben Himmel.Es fühlte sich seltsam an, die Jogginghose ihrem natürlichen Lebensraum (Bett, Küche, Sessel) zu entreißen, aber es half nichts. Schlüssel in die eine Hand, ipod in die andere und los gings.
Ich fühlte mich gut, das Treppenhaus bestätigte mich, ich war fit. Draussen hingegen wehte ein anderer Wind. Nach etwa 30 Metern kam ich ins pusten, wünschte mir eine Pause, nach etwa 150 Metern gings bergab. Mit mir und zum Glück auch mit der Straße. Ich betete für eine rote Ampel – vergeblich. Nach 550 Metern und einigem vergossenen Schweiss war ich, wo das Training beginnen sollte, im Park. Ich lief eine Runde, keuchte, lief eine zweite, fröhliche Schüler rannten mir entgegen, mehrmals. Ich ließ mich von einem alten Mann überholen und besorgt anschauen und sank auf eine Bank. Es waren keine zehn Minuten seit der Wohnungstür vergangen, und ich wünschte mir eine Wellnessoase und einen Sportmediziner sowie einen Personal Trainer her. Mir war warm unter meiner Mütze, aber abziehen ging nicht. Mützen gehören zum laufen, das hatte ich in New York gesehen, die Läufer im Central Park trugen alle welche und liefen damit schnell und dynamisch. Ich keuchte mich noch durch zwei weitere Runden und wankte dann nach hause. Der Anfang war gemacht, ich fühlte mich schlapp aber gut und meldete mich in Gedanken schon für den 10km AidsHilfe Lauf im Sommer an.

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3 Antworten zu Vom laufen lernen – Tag 1

  1. Klaus schreibt:

    Das ist die richtige Einstellung! Gleich voll ins Training einsteigen, dann läufst Du uns am 25. allen davon.

  2. bosch schreibt:

    Ist ja für einen guten Zweck.

    Mehr über’s Laufen von mir – hier:
    http://boschblog.de/2009/09/01/ueber-das-laufen/

  3. Pingback: Vom laufen lernen – 2. Teil, 1. Tag | Schietwetter statt Brausebretzel

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