Urlaub in G.

Dorfplatz in G.

Ich war im Urlaub. Ein ganzes Wochenende lang. Und es war toll. Es begann Freitag Abends mit einem Element of Crime Konzert in Hamburg, setzte sich Samstag mit einem entspannten Nachmittag am Strand in Övelgönne fort, beinhaltete einen 4 km Lauf durch die Hafencity, eine Vernissage mit einer Menge Kunst und so was, was mal Kunst werden möchte, eine wunderbare Party in der Soulkitchenhalle, eine superinteressante kritische Barkassenrundfahrt durch den Hamburger Hafen bei wunderbarstem Sonnenschein, den besten Cappuccino der Welt im Saal II und schließlich das Dörfchen G.
G liegt irgendwo auf halber Strecke zwischen Hamburg und Berlin, wo genau weiß keiner, vermutlich nicht einmal die Bewohner selbst, es ist so klein, dass es auf keiner Karte eingezeichnet ist. Es gibt zwei Straßen in G. und 37 Einwohner deren Namen nahezu alle mit Onkel oder Tante beginnen. Die zwei Ausnahmen heißen schlicht „Die aus dem Westen“.

Himmel über G.

Zusätzlich zu den Einwohnern, die man innerhalb weniger Minuten namentlich aufzählen könnte, wohnen dort noch unzählige Hunde, Katzen, Kühe, den Stadtbewohner erschreckende Störche, Bienen, Ponys, Enten, Hühner und Broiler. Dass zwischen letzteren beiden ein Unterschied besteht, wissen vermutlich auch wieder nur Dorfbewohner. In G. kann man Nachts Millionen Sterne sehen und lernt, dass durch Hahngeschrei geweckt werden auch mehr ein Mythos als Landrealität ist. Die Fliegen sind hier deutlich früher wach als der Hahn, können aber durch kundige Einheimische wunderbarst innerhalb weniger Augenblicke per Hand eingefangen und des Raumes verwiesen werden.
So klein G. sein mag, es hat durchaus auch einige Highlights zu bieten. Einen Fuchsfriedhof beispielsweise, einen Eierberg von dem zu Ostern Eier gekugelt werden, einen Einkaufsbus, der die Bewohner mangels eigenem Laden mit Lebensmitteln versorgt und, als besondere Attraktion, ein mobiles Dixieklo auf dem Dorfplatz. Es gibt Obst vom Strauch und selbst geerntete Kartoffeln zu Mittag. Kittelschürzen und Pantoffeln. Trecker und Pick Ups die mehr als nur Dekozwecke erfüllen. Man hört keine Geräusche in G., nichts, was an die große Stadt erinnert, nur Tiere, Wind und Ruhe. Es ist eine kleine Parallelwelt, ein Kleinod mit weniger Einwohnern als meine kleine Straße in Berlin. Es ist zauberhaft und der ruhigste, entspannteste Ort, an dem ich jemals war. Manche würden es vielleicht als am Arsch der Welt bezeichnen – wenn dem so ist, dann ist es ein verdammt schöner Arsch… 

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Eine Antwort zu Urlaub in G.

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