Mein schönstes Ferienerlebnis

DSC01993+Wir haben Abenteuerurlaub gemacht. Abenteuerurlaub in Mecklenburg. Das ganze lief unter dem Deckmantel „Besuch bei der Familie in G“ aber es war so viel mehr als das. Der Sohn lernte Zwerghasen zu füttern und scheiterte bei dem Versuch alle Hühner und Broiler und Enten und Gänse auf dem Hof zu streicheln. Dafür war er nach kürzester Zeit ein wahrer Profi was die Ernte von Himbeeren und Johannisbeeren betraf. Wir sprangen Trampolin. Mit Hinsetzen. Statt die Sendung mit der Maus zu schauen, fuhren wir sonntags mit dem Jeep und dem Freundesvater über einen Kartoffelacker und inspizierten die kaputte Beregnungsanlage. Und reparierten sie. Beobachten einen kleinen Kabelbrand und begutachteten die nun wieder kaputte Beregnungsanlage erneut. Wir brauchten den Angst-Griff im Jeep nicht, hielten uns aber dennoch daran fest. Ich streichelte einen Traktor und jubelte jedesmal wenn einer an uns vorbei fuhr. Ich beobachtete vom Zimmerfenster aus alle Trecker, die durchs Dorf fuhren und wie ein Mähdrescher sein Schneidwerk wieder andingste. Ich lernte den Unterschied zwischen Trommeldingsern und Hordenschüttlern. Ich stand mitten auf einem Feld, umgeben von Mähdreschern, Treckern, und Himmel und lehnte mich in den Wind. Und genoß. DSC02007+
Und wir fuhren Mähdrescher. Zweimal. MÄHDRESCHER! Ich durfte letztes Jahr schon eine Runde mitfahren, aber. Verdammte Axt, Mähdrescher! Es ist rasend laut von aussen und beruhigend eintönig von innen. Man lehnt sich zur Vorderscheibe und schaut. Schaut einfach nur, wie die Unmengen von Getreidehalmen eingezogen und weggeratscht werden. Schlurp. Immer wieder. Schlurp. Eine Bahn vor, eine Bahn zurück. Danach ausbunkern. Wieder eine Bahn vor, eine Bahn zurück. Zwischendrin Wildschweine, die aus dem Getreide flüchten. Um uns herum Jäger in grellen Warnwesten. Draussen Abenddämmerung, die Lichter der anderern Drescher, am Ende des Feldes die Trecker. Rattern, rumpeln und das Piepsen der Computer. Kurze Gespräche über die Ernte, die Felder, das Wetter. Schauen. Immer wieder schauen. Nach unten wo es schlurp macht und nach draussen zu den anderen Dreschern. Sitzen, hören, schauen, durchschütteln lassen und einfach mal an nichts denken. Mein schönstes Ferienerlebnis.
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