Der Kunstautomat

Kunstautomat

Kunstautomat

Es gibt etwa 10.000 Gründe den Kiez hier zu lieben, einer davon ist der Kunstautomat. Seit geraumer Zeit hängt er dort, unaufdringlich, selbst ein kleines Kunstwerk und bei mindestens jedem dritten vorbei gehen nehme ich mir vor, ihn einmal auszuprobieren. Mal mangelte es an Kleingeld im Geldbeutel, mal an Zeit oder Lust oder trockenen Füßen. Bis heute. Der Sohn und ich waren allein unterwegs, nach einer Woche in der schwäbischen Provinz endlich wieder zu Hause. Perfekte Voraussetzungen das Viertel wieder neu zu erforschen, neues auszuprobieren. Ich warf vier Euro ein, entschied mich für eine der Klappen (5 mal nationale/internationale Künstler, einmal nationale Künstler), rüttelte und merkte, dass Nichtrauchen gravierende Nachteile hat. Das Päckchen kam nicht irgendwo runter gepoltert um bequem aus einer Klappe gefischt zu werden, es lag dort, wo ich gerüttelt hatte. Drin. Undrankommbar. Es gab nur eine Möglichkeit: Ich musste weitere vier Euro investieren, um an Kunst zu kommen. Dafür dann aber an zwei Kunst. Gedacht, getan, gelohnt. Ich bekam zwei kleine Kunstwerke, beide in handlichen, weißen Pappkartönchens verpackt, beide vom selben Künstler. Die Kunstwerke, nicht die Kartonse. F. Rexin heisst er und ich bin begeistert. Sehr.

Kunst mit Verpackung

Kunst mit Verpackung

Kunstwerk 1 ist ein Bild, praktischerweise ein Klappbild, sonst hätte es nicht in die Verpackung gepasst, und heißt „Fisch – Kopf – Hut“. Es ist so schön, dass ich es mir vermutlich auch ausgesucht hätte, hätte ich vorher gesehen, was es so gibt. Es wird definitiv gerahmt, kriegt einen hübschen Platz an der Wand und alle Besucher werden sich meine Geschichte von der Kunst aus dem Automaten anhören müssen. Sagte ich schon, dass ich dieses Bild liebe? Es ist mit Möwen und Meer und Sand und es passt zu mir.

"Spiegel Fisch"

„Spiegel Fisch“

Kunstwerk 2 ist eine kleine Pappkarte mit einem ausgeschnittenen und umrandeten Fisch, ebenfalls von F. Rexin. Innen in der Karte ist Spiegelfolie eingeklebt. Der Name ist originellerweise „Spiegel Fisch“. Ich mag es, die Karte immer wieder aus der Verpackung zu holen, den Fisch zu spiegeln, mich zu spiegeln und mich zu fragen, was das eigentlich soll. Ist das Kunst? Vermutlich. Ich mag es. Wirklich. Der Platz für den Fisch muss noch gefunden werden, vermutlich im Kinderzimmer in Aquariumsnähe. Ich bin gespannt, was dem Sohn zu dieser Karte alles einfällt.
Wieauchimmer, der Kunstautomat ist großartig. Er steckt voller kleiner Überraschungen, großer Kunst und zauberhaftem Schnickeldi. Es wird schwer, den „Fisch – Kopf – Hut“ zu übertreffen, aber wer mir, sich oder jemand anderem eine kleine große Freude machen will: Geht zum Kunstautomaten.

Infos zu Kunstautomaten gibts auf wikipedia, Infos über den in unserem Kiez hier.

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Eine Antwort zu Der Kunstautomat

  1. Frau Tonari schreibt:

    Das macht bestimmt süchtig.
    (Ich muss dann wohl demnächst unbedingt mal in die Crellestraße.)

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